Das DiSko-Projekt

Was ist DiSko?
Mit Einführung des „DiSko-Schulungsmoduls“ verfügen wir seit 2007 über ein evaluiertes und zertifiziertes Diabetes-Schulungsangebot zum Thema Bewegung. Zusammen mit dem Verband der Diabetesberatungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V.(VDBD) wurde in 2002 eine Arbeitsgruppe gebildet, die zu dem Schluss gekommen ist, dass man die in Deutschland flächendeckend vorhandene strukturierte Diabetikerschulung nutzen muss, auch das Bewegungsthema zu transportieren. So wurde das erlebnispädagogische DiSko-Schulungsmodul (Wie Diabetiker zum Sport kommen) entwickelt.

Was will DiSko?
„Der Arzt überprüft mindestens einmal jährlich, ob der Patient von einer Steigerung der körperlichen Aktivität profitiert. Mögliche Interventionen müssen darauf ausgerichtet sein, den Patienten zu motivieren, das erwünschte positive Bewegungsverhalten eigenverantwortlich und nachhaltig in seinen Lebensstil zu integrieren.“ So ist es in der Rechtsverordnung zur Ausgestaltung der Disease-Management-Programme (DMP) Diabetesnachzulesen.

Allerdings ist die Bewegungstherapie kein Selbstläufer. Sie muss dem Betroffenen verständlich gemacht, wie ein Medikament verschrieben und begleitet werden. Auch auf Seite der Therapeuten braucht es ein Umdenken. Unverbindliche Appelle nach dem Motto „Es wäre gut, wenn Sie sich mehr bewegen würden“ bleiben wirkungslos. Disko will einen ernsthaften Umgang mit dem Thema, d. h.

  • die Motivation zu mehr Bewegung und praktische Anleitung muss ins Zentrum der Beratungs- und Schulungstätigkeit.
  • das Heranführen an die Bewegung ist ureigene Aufgabe des Schulungsteams
  • die Ausbildung der Schulenden ist dringend erforderlich


Was macht DiSko?

Kernstück ist ein geführter halbstündiger Spaziergang, der in bestehende Schulungsangebote eingebaut wird. Grundsätzliche können alle Schulungs­­teilnehmer mitmachen, da ein ganz individuelles Tempo eingehalten wird. Vor und nach dem Spaziergang werden Blutzucker und Puls gemessen. Die meist eindrucksvolle Blutzuckersenkung und Pulssteigerung werden visualisiert und diskutiert.


Im Mittelpunkt steht die Frage ob und wie diese positiven Erfahrungen in den Alltag übertragen werden können. Was traut sich der einzelne Teilnehmer - um diesem Ansatz mehr Nachhaltigkeit zu geben, werden die Teilnehmer gebeten ihre persönlichen Bewegungsziele aufschreiben. Dieses Schreiben wird 4 Wochen später als Erinnerung zugeschickt. Eine Kopie bekommt der Hausarzt als Unterlage für motivierende Gespräche in der Folgezeit.

Wie denkt DiSko?
Wir sind überzeugt, dass nur durch eine einfache und erlebnisbetonte Vorgehensweise ein Zugang zum Thema Diabetesschulung und Bewegung gelingen kann. Dabei heißt einfach: einfach in der Umsetzung für die Schulungsteams wie für die anzusprechenden Patientengruppen.

Dieser Leitgedanke wird auch in Fachkreisen sehr geschätzt, wie die Auszeichnung mit dem Förderpreis der Stiftung „Der Herzkranke Diabetiker“ der Deutschen Diabetes Stiftung gezeigt hat.

Unser Ansatzpunkt: Die E3-Methode
Einfachheit: Alle sachrelevanten Inhalte und methodischen Vorgehensweisen sind so angelegt, dass sie für die Multiplikatoren wie für die Endadressaten sehr einfach anwendbar und umsetzbar sind.

Erlebnis: Inhalte werden über eine gemeinsame Aktivität transportiert - mit dem einen Ziel: ein positives, Mut machendes Erlebnis zu vermitteln.

Ergebnis: Das Erlebnis wird mit einem messbaren Ergebnis verknüpft.

Was leistet DiSko?
Die Evaluation des Disko-Modul in einer kontrollierten Längsschnittstudie (Sigrist, Halle, Zimmer, klare, Borchert; 2007; Diabetes, Stoffwechsel und Herz, S. 257-261 hat gezeigt, dass die Teilnehmer zu mehr Bewegung im Alltag zu motivieren sind. In der Auswertung nach einem Jahr waren sie nicht nur messbar körperlich leistungsfähiger, sie hatten auch im Schnitt 1,5 kg an Gewicht verloren und ihr wöchentliches Bewegungspensum um durchschnittlich 1.400 Kcal gesteigert. Das DiSko-Schulungsmodul ist zwischenzeitlich in Baden-Württemberg und verschiedenen anderen Bundesländern im Rahmen des DMP abrechenbar.

Wie entwickelt sich DiSko weiter?
Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe an Daten, die darauf hinweisen, dass die Verwendung eines Schrittzählers nachhaltig die Steigerung der körperlichen Aktivität fördern kann, u.a. eine Metaanalyse von 26 Studien, die zeigt, dass Schrittzählernutzer ihre körperliche Aktivität um gut 2.500 Schritte täglich steigern, was einer Steigerung der körperlichen Aktivität um knapp 27 % entspricht. Im Wechselspiel zwischen konkreten Bewegungszielen (Schrittanzahl) und Ergebnisrückmeldung (Schrittzähler) entstehen bemerkenswerte Motivationseffekte.

Die Autoren des DiSko-Schulungsmoduls haben daraus den Schluss gezogen, Schrittzähler während der Schulung auszugeben mit der Empfehlung, diese zukünftig konsequent zu nutzen. Wichtiger Bestandteil dieses Vorgehens ist das Angebot an die Schulungsteilnehmer, sich mit einem Schrittzähler auszurüsten und diesen regelmäßig durch die DMP-Praxis auslesen zu lassen und während der DMP-Kontrollen zu besprechen.

In einer kontrollierten Studie wird derzeit geprüft, ob durch dieses Vorgehen tatsächlich eine weitere nachhaltige Bewegungssteigerung der Patienten zu erzielen ist und ob positive Auswirkungen auf die Körperkomposition und auf die BZ-Einstellung erwartet werden können.

Bei der Ärztekammer Nordrhein läuft eine Initiative unter dem Motto "10.000 Schritte reichen, um fit zu bleiben" - hier geht´s zum Flyer.

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