Rückblick und Dokumentation der Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Sport anlässlich der 45. Tagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Stuttgart
Die diesjährige Tagung stand unter dem Motto „Diabetestherapie in Bewegung“. Gemeint war damit nicht nur, dass sich die Deutsche Diabetes-Gesellschaft und die Thematiken der Diabetologie bewegen, sondern insbesondere, dass die körperliche Betätigung als eine der drei Säulen der Basistherapie (siehe Leitlinie der DDG) eine zunehmende wissenschaftliche Würdigung erfährt. Diese war aufgrund der Publikationen der letzten zehn Jahre überfällig und spiegelte sich bei der diesjährigen Tagung in vielen Symposien wider.
Die AG Diabetes und Sport hat in den vergangenen Jahren viele Projekte zur Umsetzung der Bewegungssteigerung bei Patienten mit Diabetes initiiert und diese in kleineren Symposien und Workshops einem breiten Publikum vorgestellt. In Würdigung des Mottos der Tagung konnten wir unsere Projekte in Stuttgart umfassender vorstellen. Dazu wurde ein „Bewegungsparcours“ zusammen mit interessierten Firmen und Verbänden (siehe unten) konzipiert, der den Weg des Diabetikers von den ersten Kontakten zu mehr Bewegung (Station 1) über Motivationshilfen (Station 2) zur aktiven Bewegungstherapie (Stationen 3 bis 5) bis hin zu speziellen Gruppenprogrammen für Typ 2- bzw. junge Typ 1-Diabetiker (Station 6 und 7) darstellte. Jede Station lud zur aktiven Teilnahme in Form von kleinen Übungen und zur Lektüre der dahinterstehenden Literatur ein (siehe Poster 1-8 in der Anlage).
Die 45. Tagung der DDG ist Geschichte, die Parcoursstationen sind abgebaut, die Poster eingesammelt, es bleiben die Erinnerungen. Erinnerungen und Eindrücke von einer Idee, die real wurde. Den Weg des Diabetikers aus dem Sprechzimmer des Arztes hin zu einem bewegteren Leben in Form von acht Parcoursstationen auf einer Jahrestagung darzustellen, dabei die verschiedenen Stadien der Motivation und des Heranführens an Bewegungsangebote dem Kongressteilnehmern in einer spielerischen, gleichzeitig aber wissenschaftlich fundierten Art darzustellen, das war einmalig und auch erstmalig auf einer DDG – Tagung.
Dass dieses Unternehmen gelungen ist, ist besonders das Verdienst der Paten, Sponsoren und „Unterstützer“. Sie hatten weder Zeit, noch Geld, noch Mühe gescheut, ideenreiche und außergewöhnliche Stationen zu kreieren und damit unsere Vorstellungen in das Tagungspublikum zu transportieren. Vom Westweg, Torwandschießen, Ausdauertraining, Darstellung von BEL, Disko und Schrittzählen und den kleinen Übungen des Rehasports bis hin zum DDG – Lauf – es war ein Feuerwerk von Inspiration, Kurzweile und Spaß.
Die Resonanz war, soweit ich das mit bekommen habe, außerordentlich wohlwollend. Die Reaktionen zeigen, dass wir hier etwas Historisches geschaffen haben.
Dr. P. Zimmer
Vom Sprechzimmer bis zum Sportangebot-der Diabetiker auf dem Weg in ein bewegteres Leben
Motivation zur Bewegung DiSko (wie Diabetiker zum Sport kommen)
Erste Kontakte zur Bewegung während der Schulung
Mit Schrittzählern die Motivation stärken
Rehasport für Diabetiker
Mit Ausdauersport gegen Bluthochdruck
Diabetiker im Fitnessstudio
Diabetiker auf dem Westweg
Typ 1 Diabetiker im Fußballverein
Ärzte und Diabetesberater gehen mit gutem Beispiel voraus
Impressionen von der DiSko-Veranstaltung am 15. Mai in der Stuttgarter Innenstadt
130 Typ-2-Diabetiker nahmen in Stuttgart an der DiSko-Schulung teil Mit einem strammen Spaziergang den Blutzucker gesenkt
Stuttgart, 21. Mai 2010 – Die Ergebnisse der DiSko-Schulung (Wie Diabetiker zum Sport kommen) vom vergangenen Samstag auf dem Diabetes-Markt in Stuttgart stehen fest: 130 Typ2-Diabetiker konnten am eigenen Leib feststellen, wie einfach es ist, den Blutzucker durch moderate Bewegung zu senken. Die Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Sport der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und diabetesDE hatten zu einer öffentlichen Blutzuckermessaktion vor und nach einem 30minütigen strammen Spaziergang aufgerufen. Die Teilnehmer waren erstaunt, dass durch diese einfache Form der Bewegung ihr Blutzuckerspiegel um bis zu 40mg/dl gesenkt werden konnte. „DiSko“ ist eine Bewegungsschulung, die vor allem eines im Visier hat: den inneren Schweinehund zu bekämpfen. Viele Typ-2 Diabetiker denken bei Bewegung gleich an Höchstleistungssport und scheuen deshalb den ersten Schritt. DiSko belehrt eines Besseren: Einsteiger haben vom ersten Tag an Erfolg.
Dass sich Bewegung lohnt, zeigt das klare Ergebnis der DiSko-Aktion in Stuttgart: „Wir haben mit den Teilnehmern einen 30minütigen Spaziergang mit vorheriger und anschließender Blutzuckermessung durchgeführt“, berichtet Dr. med. Wolf-Rüdiger Klare, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Sport der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG). „Bei allen Teilnehmern haben sich die Blutzuckerwerte um circa 40 mg/dl verringert. Das senkt die Dosis der Diabetes-Medikamente erheblich oder macht sie sogar ganz überflüssig.“
Alle Teilnehmer erhielten ein Zertifikat und ein DisKo-Lauf-Shirt und wurden die ganze Zeit medizinisch durch die Arbeitsgemeinschaft Diabetologie Baden-Württemberg (ADBW), den Deutschen Diabetiker Bund (DDB), den Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe (VDBD) betreut.
Die sogenannte DisKo-Schulung ergänzt die Diabetes-Schulung für neu erkrankte Diabetiker und dauert 90 Minuten. Kern der DiSko-Schulung ist der 30minütige Spaziergang als „Selbsterfahrung". Daran schließt sich eine Gruppendiskussion an, in der die positiven Erfahrungen bewertet werden. Den Abschluss der Stunde bildet die Formulierung einer Selbstverpflichtung für regelmäßige zukünftige Aktivitäten, die natürlich individuell unterschiedlich sein können.
Seit 2003 wurden deutschlandweit über 1200 DiSko-Referenten ausgebildet, die Patienten mit Diabetes Typ 2 im Rahmen der herkömmlichen Patientenschulungen zusätzlich praxisorientiert zu mehr körperlicher Aktivität anleiten.